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Zum Abschluss der Weltklimakonferenz in Durban: Durban-Plattform: Gut für die Politik, schlecht für die Armen

Welthungerhilfe/spenden.net. Bonn, 11.12.2011. Die Welthungerhilfe begrüßt, dass der Klimagipfel in Durban nicht zu einem Rückschritt bei den internationalen Verhandlungen geführt hat.

Michael Kühn, Referent für Klimawandel der Welthungerhilfe, hat als Beobachter den Klimagipfel in Durban begleitet.

Michael Kühn: „Aus politischer Sicht mag Durban erfolgreich gewesen sein, weil die Klima-Diplomatie nicht völlig gescheitert ist. Allerdings bleiben viele kritische Fragen erneut offen, etwa die der Rechtsverbindlichkeit künftiger Vereinbarungen oder die Fragen konkreter Reduktionsziele und Zeitvorgaben.“

Das Ergebnis, das Kyoto-Protokoll mit einer zweiten Verpflichtungsperiode fortsetzen zu wollen, sei zwar ein Fortschritt, andererseits betreffe es auch nur 15 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.

Insgesamt zögere sich der gesamte Prozess erneut hinaus. Michael Kühn: „Was bislang an Reduktionszielen geplant ist, reicht bei weitem nicht aus und läuft immer noch auf eine globale Erderwärmung von 3 - 4 Grad bis 2100 hinaus. Das ist definitiv eine schlechte Nachricht für die Entwicklungsländer des Südens.“

Ein kleiner Erfolg des Gipfels sei die Einrichtung des internationalen Klimafonds, denn schwach entwickelte Länder bräuchten dringend Unterstützung beim Klimaschutz und der Anpassung an Klimafolgen. Michael Kühn: „Nun muss schnell und verbindlich festgelegt werden, dass dieser Topf schnell mit frischem Geld gefüllt wird und schnellstmöglich seine Arbeit aufnimmt.“

Die Entwicklungsländer hätten sich in Durban an die Seite der Europäischen Union gestellt, nun müsste Europa im Gegenzug auch schnell und ausreichend Mittel bereitstellen, damit sich die armen Länder der Weltgemeinschaft besser an die Folgen des globalen Klimawandels anpassen können.

Für die Welthungerhilfe gehe von Durban auch das Signal aus, in Zukunft noch stärker die Anpassung an den Klimawandel in ihren Projektländern in den Fokus ihrer Arbeit zu stellen. Nur so könne nachhaltige Ernährungssicherung erreicht werden.


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